Briefmarken-Literatur
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Aus dem Briefmarken-Lexikon
Qualitätsbezeichnungen
Stehe ich an der Obst- und Gemüsetheke meines Lebensmittelhändlers, dann kann ich dort lesen, daß die am besten aussehende Ware Handelsklasse I ist, anderswo lese ich Handelsklasse II oder III mit einem niedrigeren Preis. Manchmal ist ein Mitarbeiter auch damit beschäftigt, "angegangene" oder gar schlechte Ware auszusortieren, die logischerweise nicht mehr verkäuflich ist. Es werden also gesetzliche Vorgaben strikt beachtet, Eindeutigkeit in der Klassifizierung gesucht..
Ich weiß nicht, wo sich die Philatelie ihre Anregungen für die Bezeichnung von Qualitäten bei Briefmarken holte, auf keinen Fall aber stand da der Gedanke der Eindeutigkeit, des Informationswillens Pate – wohl eher die des Tarnen und Täuschens..
Im allgemeinen spricht man in der Philatelie bei der Klassifizierung von Briefmarken von "Luxus" als höchste Qualität, dann abwärts gehend von "Kabinett" über „Pracht“ zu "Fein".
Meine Erfahrung ist, daß fast alles als "Luxus" angeboten wird. Wer kennt schon die Definitionen - und man kann ja, wenn der Kunde etwas merkt, immer noch mit einer Entschuldigung und Ersatzlieferung reagieren.
Einige Händler bieten Briefmarken nur in "Kabinett-Qualität", andere gehen noch einen Schritt weiter und stellen alles als vielleicht „gefälscht“ ein – und hoffen auf das Unwissen und die Gier der Schnäppchenjäger, um so auch noch den letzten Ramsch mit gutem Gewinn verhökern zu können.
Pracht kann man hie und da lesen! Aber was bedeutet das?
"Fein" liest man fast nirgends mehr. Vielleicht, weil auch der letzte Sammler heute weiß, daß „Fein“ höchst unfein ist und eine Qualitätsstufe darstellt, die weit unter der eines gebrauchten Tempo-Taschentuchs liegt.
Ich möchte mal aus einer Auflage des "Lexikon der Philatelie" die wenig lustigen Definitionen für die Standard-Qualitätsbezeichnungen der Briefmarkenlobby wortwörtlich, sogar buchstäblich zitieren:
“Luxus-Stück”
"Qualitätsbez. für Stück, das alle Vorzüge der Erhaltung u. des Aussehens bezügl. Farbe, Schnitt (u. ggf. Stempel) in sich vereint, also Kabinettstück noch sichtbar übertrifft. Bei Anwendung dieser Qualitätsbez. ist strengster Maßstab anzulegen."
„Kabinett-Stück“
Qualitätsbez. für weit über dem Durchschnitt liegendes (tatsächlich "..des") Stück mit bes. sauberem Stempelabdruck od. sehr breitem Markenrand od. bes. frischer "leuchtender" Farbe oder scharfer Prägung od. feinster Zentrierung. K. kann auch mehr als 1 Vorzug aufweisen. Bei Anwendung dieser Qualitätsbez. ist sehr strenger Maßstab anzulegen.
„Pracht-Stück“
Qualitätsbez. für fehlerfreies, sauberes Stück, das in Schnitt (Zähnung, Durchstich), Farbe, Zentrierung und Abstempelung) einwandfrei erhalten ist u. insges. über dem Durchschnitt liegt (auch in Zusammensetzungen wie Prachtbrief, Prachtviererblock usw. gebräuchlich). Bei Anwendung dieser Qualitätsbez. ist strenger Maßstab anzulegen.
„Fein“ (hie und da auch „Feinst“)
Qualitätsbezeichnung für Stück in guter Durchschnittserhaltung, ungebr. Marken mit Falzrest, Falzspur oder Zweitfalz. Mit F. bezeichnete Marken gehören i.d.R. (in der Regel) noch zur -> ersten Wahl.
Und zur Auflockerung noch die Elite
„Erste Wahl“
I. Wahl: Bez. für Marke in fehlerfreier Erhaltung od. mit einem ihr Aussehen nicht beeinträchtigenden Schönheitsfehler oder unerhebl. Erhaltungsmangel.“
Auffällig ist, daß jeder dieser Begriffe für sich alleine gelesen Super-Qualitäten zu beschreiben scheint. Aber nicht einmal die höchste Klassifizierung verlangt optimale, also fehlerfreie Qualität.
Jedenfalls eröffnet dieses Gefasel der Willkür Tür und Tor.
Ich habe lange Jahre bei einem Hamburger Händler gekauft, dessen Angebot fast ausschließlich auf "Luxus" lautet. Nicht ein einziges Mal entsprach die gelieferte Ware diesen Kriterien (z.B. die Zähnung). Ich erhielt zwar nach Reklamation ohne Probleme eine neue Lieferung, die jedoch oft ebenfalls fehlerhaft war - und bekam dann eine größere Auswahl (mal auch 10 gleiche Marken) zugesandt. Selbst dann suchte man das „Luxus-Stück“ hie und da vergebens. Auf diese Umstände persönlich (telefonisch) und darauf, daß ich nur "erstklassige" Marken sammle, angesprochen, meinte er lapidar, daß "das andere schließlich auch verkauft werden müsse" - und auf die Frage, wie ICH dann so etwas später und an wen verkaufen könne, meinte er zögernd, da fänden sich schon auch Käufer.
Für wie dumm hält man uns eigentlich?
Klar nämlich ist, daß, sollte man sich, auch wenn man es nie wollte, doch irgendwann von seiner Sammlung oder Teilen davon trennen wollen, für Marken von Kabinett bis „Fein“, „Feinst“ und noch tiefer in den Keller, nichts bekommt. Das ist massenhaftes, sammelunwürdiges und damit wertloses Altpapier.
Und Luxus? Was bedeutet eigentlich Luxus? Ist das der Urlaub im Fichtelgebirge? In Spanien? Auf den Malediven? Neuseeland? Hawaii? In der Jugendherberge, im 3, 4., 5 oder 8.Sterne-Hotel? Die Luxus-Yacht oder der Wanderurlaub? Kaviar und Champagner oder eine exzellente Weißwurst, einer Brezel, hausgemachtem süßem Senf und einem kühlen Weißbier im Biergarten oder knackiges Obst aus dem Tafelladen für eine Rentnerin?
Alle Qualitätsbegriffe der Briefmarkenlobby sind wachsweich, ohne Aussagekraft und täuschend – und verlangen ständig hellste Wachsamkeit von den Sammlern.
Natürlich kann man sich gegen Betrugsversuche einigermaßen sicher wehren. Einmal, in dem man prinzipiell nur tiefstgeprüfte (tiefst bedeutet, der Prüfstempel sitzt direkt am Rand) Marken kauft und / oder selbst die Qualitätskriterien von Q1 abprüft. Also, ungeprüft, so oder so, geht gar nicht.
Guten Tag, liebe Briefmarkenfreunde !
Gut Ding, besonders Qualität, will Weile haben, langsam wachsen.
So auch diese Seite, auf der ich, Günther Köpfer, Briefmarkensammler seit mehr als 50 Jahren, Sie herzlich Willkommen heiße.
Den Briefmarkensammler als Zielgruppe, ist der philatelistische Buch- und Zeitschriftenmarkt übersäht von Angeboten, die allesamt vorgeben, für ihn gemacht, nützlich und, logischerweise, „unentbehrlich“ zu sein.
Einige wenige unentbehrliche gibt es tatsächlich, aber selbst bei den meisten Empfehlenswerten muß man teils gewaltige Abstriche machen. Als Grund hierfür sehe ich, daß sie fast alle aus der Ecke kommen, die mit dem Briefmarkensammler möglichst gute, nur leider oft einseitige Geschäfte machen möchten - immer zu dessen Nachteil.
Viele Titel solcher Literatur muß man jedoch als „nicht empfehlenswert“ einstufen.
Hierfür Geld auszugeben, wäre wie Geld aus dem Fenster zu werfen. Durch nur teilweise Information, komplettes Weglassen oder fehlende Interpretation werden uninformierte Sammler auf falsche, ausschließlich dem Handel dienende Fährten gelockt.
Ergebnis sind, wie derzeit zigtausende, ja hunderttausende Beispiele beweisen, in Jahrzehnten teuer erkaufte, nun wertlose Sammlungen – und verärgerte Sammler.
Mit meinen diversen Internet-Auftritten möchte ich solch furchtbare Entwicklungen vermeiden helfen, und mit meiner neuen Seite www.briefmarken-literatur.de Entscheidungshilfen für oder gegen den Kauf irgendwelcher Briefmarken-Literatur geben.
Für die Bewertung stelle ich ganz einfach die logischen Ansprüche von uns Sammlern an ein Produkt dem gegenüber, was es tatsächlich beinhaltet, fertig.
Sortiert nach
Ratgeber            Kataloge und Handbuch-Kataloge
Zeitschriften         Artverwandtes
kann man dann die Bewertungsergebnisse als
"?" (für eigene Werke)        sehr empfehlenswert        
empfehlenswert
bedingt empfehlenswert         
nicht empfehlenswert
ablesen
Vom jeweils bewerteten Produkt kommt man mit einem Klick zur Besprechung, in der einmal weitere Informationen und Tipps hierzu gegeben werden, vor allem aber über, „Anspruch“, „Tatsachen“, „Realität“, „Bewertung“, wie es zum jeweiligen Urteil gekommen ist.
Freuen würde ich mich darüber, wenn ich Bewertungen zum Positiven verändern dürfte, denn das wäre ja mit der Anerkennung des Briefmarkensammlers als solchem verbunden.
Viel Spaß!